Wollfett

Wollefett

Wollfett und seine Verwendung in der Medizin. Wollwachs ist eine wachsartige Substanz, die von den Talgdrüsen der Schafhaut ausgeschieden wird und die Wollfasern schützt. Das reine Wollfett (Adeps lanae) wird gereinigt und auf Pestizidrückstände geprüft.

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Wollewachs (auch bekannt als Wollfett, lat. à la Adéps lanae) ist das durch Waschen von Schafswolle gewonnene Sekretion aus den Sebumdrüsen der Schafe. Der Begriff INCI für Wollewachs ist weltweit verbreitet. Man unterscheidet Wollewachs von wasserabsorbierenden Salbenbasen, die nach der Pharmakopöenomenklatur auch unter der Bezeichnung Langolin (lat. Lanolinum) bekannt sind.

Daher ist der Ausdruck Wollewachs im Pharmabereich gebräuchlicher und in allen anderen Gebieten ist das Wort Langolin gebräuchlicher. Durch die bifunktionalen Reste der auftretenden Hydroxy-Säuren (ca. 32% des Fettsäureanteils ) und der Dihydroxy-Alkohole (ca. 7% des Alkoholanteils) setzt sich der Lanolinanteil aus einer Mischung von vorwiegend lang kettigen Ester, Diestern und Hydroxyestern zusammen.

Pharmazeutisches Wollewachs kann bis zu 0,5% an freien Säuren beinhalten (z.B. Europäische Pharmakopöe, Säurewert < 1). Später wurde das bereits in der Antike unter dem Begriff Oesypus verwendete Wollfett vergessen und erst 1885 von Oskar Liebreich wieder in den medizinischen Schatz eingebracht, als gereinigter Wollfett. Wolle ist ein falscher Begriff, denn Fette sind Fettsäurenester des Glyzerins, während Waxe Estern anderer Alkoholen entsprechen.

Die Rohwolle wird im Wollschweiss der Tiere gefunden und gelangt beim Wäschewaschen zunächst in das Spülwasser, wird durch Zugabe von Säure von diesem getrennt und anschließend durch Abtrenner getrennt. Zuerst wird das Rohwollewachs mit einer verdünnten Salzsäure/Phosphorsäure versetzt, um alle wasser- und fettlösliche Seife in die freien Säuren umzuwandeln.

Dabei wird die wäßrige Lösung abgetrennt und das restliche Rohwollwachs mit heissem Waschwasser bis zur neutralen Reaktion gespült. Nach der Seifenbildung wird die wäßrige Lage abgetragen und das Wollewachs mit heissem Waschwasser oder Verdünnungsalkohol so lange gespült, bis es völlig frei von der restlichen Seifenreste ist.

Um Zeckenplagen zu vermeiden, werden die Tiere nach dem Scheren mit Pflanzenschutzmitteln versorgt, die sich als leicht lösliche Stoffe im Wollewachs ablagern. Durch dieses Verfahren wird auch der Gehalt an natürlichen Fettalkoholen im Wollewachs erheblich verringert, die zu den positiven Wasser/Öl-Emulsionseigenschaften des Wollwachses beizutragen haben. Der Farbton ist nicht charakteristisch für die Effektivität und Sauberkeit von Wollewachs, aber eine leichte Färbung wird als eher ästhetisch angesehen.

Das Wollewachs wird nach dem Bleaching mit Trockenluft oder unter Vakuum getrocknet. Das fertige Wollewachs wird bei Bedarf mit maximal 200 ppm BHT (Butylhydroxytoluol) als Antioxidans versetzt. Anhydrisches Wollfett (lat. à la Anhydricus) des EUROPÄISCHEN ARZNEIMITTELBUCHS, eine leicht gelbe, salbenähnliche Substanz mit einem schwachen, typischen Duft, ist in wasserunlöslich und schmelzt bei 40 °C.

Wollewachs ist eine Mischung aus flüssiger und fester Wachsmasse. Chemisch gesehen ist Wollewachs eine Mischung aus Cholesterin und Isocholesterinfettsäureestern und beinhaltet auch die freien Alkoholen und Kohlenwasserstoff. Reine Wollfette dürfen nur einen sehr kleinen Ascherückstand zurücklassen und nur Reste von freien Säuren haben. Wollewachs dringt gut in die Epidermis ein und neigt wenig zum Durchdrehen.

Pharmazeutisch wichtig sind auch einige gut wasserabsorbierende Salbenbasen auf der Grundlage von Wollewachs namens Langolin oder wasserhaltigem Verbundwachs (lat. Cera-Lanae mit Wasser zusammensetzung): Langolin (DAB 10): 15 teilig dickes Petroleum, 20 teilig Wolle. Zur Erweichung von wasserhaltigem Wollewachs wird gelegentlich Öl, oft ätherisches Öl, Vanillin und andere Düfte für die Kosmetik zugegeben.

Wollewachs hat sehr gute pflegende Wirkung, da es den transsepidermalen Feuchtigkeitshaushalt reguliert. Als Co-Emulgator, fest anhaftendes Lipid und Überfetter wird in Kosmetikpräparaten gereinigter Wollewachs benutzt. Als Alternative zu den Vaselinen kann es auch als nasale Salbe zur Schleimhautpflege angewendet werden. Das Wollfett wird auch als Ausgangsmaterial für die Produktion von Wundheilungssalben genutzt (Beispiel: Kamillosansalbe, mit Kamillenextrakten).

Bei der Kleinkinderpflege wird Wollewachs zur Schmierung von Wollhosen in Windeln eingesetzt. Sie wird auch in Seifen für die Rasur eingesetzt, die dann in der Regel für das hochwertige Produkt werben. Daneben wird es auch im Bereich der Technik eingesetzt, z.B. als Rostschutz für Blechteile und Hohlräume in Kraftfahrzeugen oder Booten.

Hochsprung ? Udo Hoppe (Hrsg.): Das Lanolinbuch.

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