Wasserkraft Deutschland

Hydraulische Energie Deutschland

Ziel des Bundesverbandes Deutscher Wasserkraftwerke e.V. ist es, die Wasserkraft in Deutschland zu erhalten und weiter auszubauen. Einen Überblick über die Wasserkraftwerke in Deutschland gibt die nicht abschließende Liste der Wasserkraftwerke in Deutschland. Ähnlich wie die Windenergie wurde die Wasserkraft in vorindustrieller Zeit auch zum Antrieb von Mühlen, Sägewerken und Hammermühlen genutzt.

Das Wasserkraftpotenzial Deutschlands / Das Wasserkraftpotenzial in Deutschland.

Nutzung der Wasserkraft - Global

Der Einsatz der Wasserkraft hat eine lange Vorgeschichte. Die Wasserkraft ist auch heute noch eine wichtige Quelle erneuerbarer Energien. Die Energiegewinnung aus Wasserkraft ist immer größer, je mehr Energie aus der größtmöglichen Abwurfshöhe auf das Flügelrad oder die Anlage eindringt. Niederschlagsreiche und stark geneigte Landschaftsformen sind daher für die Nutzung der Wasserkraft vorbestimmt.

Regenerative Energien aus Wasserkraft werden in Speicher- und Flusskraftwerken erzeugt. Wasserkraft ist eine der wichtigsten und am stärksten frequentierten regenerativen Energien weltweit. Der Beitrag zur Weltenergieversorgung liegt bei rund 16 Prozentpunkten (2011), was einer Jahresproduktion von 3.700 Terawattstunden (TWh) ausmacht. Die größten Mengen an Strom aus Wasserkraft kommen im Weltvergleich (2012) aus China (864 TWh), Brasilien (441 TWh), Kanada (376 TWh), USA (277 TWh), Russland 155 (TWH), Norwegen (143 TWh) und Indien (116 TWh).

Obwohl die Windenergie weltweit der am schnellsten wachsende Sektor für erneuerbare Energie ist, werden auch neue Wasserkraft-Projekte umgesetzt - zurzeit hauptsächlich in China, der Türkei, Vietnam, Brasilien und Russland. Besonders beliebt sind in Europa Norwegen und Island, die ihren Stromverbrauch nahezu komplett aus Wasserkraft gedeckt werden können. Über 50 Prozentpunkte des produzierten Stromes kommen in Luxemburg, Österreich, Italien, der Schweiz und Schweden aus dieser regenerativen Kraft.

Gute Voraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft bestehen in Deutschland in den Abfluss- und Steigungsregionen der Mittelgebirgszüge, des Alpenvorlandes und der Alpenkette sowie an allen großen Bächen. Mehr als 80 Prozentpunkte der Wasserkraft werden daher in Süddeutschland in Bayern und Baden-Württemberg produziert. Rund 86 Prozentpunkte der Standardarbeitskapazität großer Wasserkraftwerke stehen nur an neun großen Fließgewässern zur Verfügung.

Dabei wird in Deutschland zwischen kleinen und großen Wasserkraftwerken differenziert, wodurch die Begrenzung bei der Kraftwerksgröße von einem Mega-Watt ( "MW") beliebig gewählt wurde. Die hohe Zahl von Kleinwasserkraftwerken ist ein typisches Merkmal des Kraftwerksportfolios in Deutschland und Europa. Die wenigen Großkraftwerke produzieren zwar das Anlagenportfolio, aber weit über 80 Prozentpunkte des Stromes des gesamten Wasserkraftwerkssektors und sind damit von großer Wichtigkeit für das Niveau der Energiegewinnung aus Wasserkraft in Deutschland.

Es gibt in Deutschland kein Zentralregister für Wasserkraftwerke, so dass es nicht möglich ist, die genaue Anzahl der Kraftwerke anzugeben. Dementsprechend beträgt die Gesamtanzahl aller Wasserkraftwerke in Deutschland rund 7.600, die sich etwas weiter unterteilen lassen. Ebenso bekannt sind die Positionen der Großanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als einem Mega-Watt.

Das sind 406 Installationen. Unter den in Deutschland geführten Wasserkraftwerken befinden sich auch 31 Pumpspeicherwerke, von denen elf einen naturbelassenen Zustrom haben und damit auch regenerative Energien erzeugen. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Deutschland belief sich 2012 auf 21.755 GWh und lag bei 3,6 Prozentpunkten des Bruttostromverbrauchs. Bei der jährlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft schwanken die Schwankungen um etwa zehn bis 15 Prozentpunkte, was in direktem Bezug zur Strömung der Ströme steht.

Mit zunehmender Kontinuität des Wasserflusses und je besser die Wassermenge nutzbar ist, umso mehr wird auch der Stromausbeute erreicht. Anfang der 2000er Jahre waren mit über 220.000 MWh/a höhere Stromeinnahmen möglich, während die Stromerzeugung in den trockenen Jahren 2003 und 2011 auf unter 800.000 MWh fiel. In Deutschland schwankt der Beitrag der Energieerzeugung aus Wasserkraft zum Brutto-Stromverbrauch zwischen 2,9 und 4,3 Prozentpunkten (1991-2012).

Im Inland sind 4.040 Mega-Watt ( "MW") in Wasserkraftwerken verbaut. Darin enthalten sind alle Großanlagen sowie alle nach dem EEG vergüteten Installationen (Stand 2007). Bei Wasserkraftwerken, die in angrenzenden Fliessgewässern wie dem Rhein liegen und von beiden Anrainerstaaten in Anspruch genommen werden, wurde nur der in Deutschland installierte Leistungsanteil betrachtet.

Im Jahr 2010 hat das Bundesumweltministerium eine umfangreiche Potentialanalyse für die Wasserkraft vorgelegt. Rund 80 Prozentpunkte des vorhandenen Potenzials (20,9 Milliarden Kilowattstunden Standardkapazität) werden laut der Studie derzeit ausgenutzt. Möglich wäre diese Leistungssteigerung von fünf Milliarden Kilowattstunden vor allem durch die Ertüchtigung und Erneuerung oder den Wiederanlauf von Wasserkraftwerken an vorhandenen Dämmen.

Auf große Wasserkörper und große Wasserkraftwerke entfällt ein Anteil von mind. 80 v. H. der technologischen Nachbaumöglichkeiten. Die geringen zusätzlichen Potenziale von 20 Prozentpunkten resultieren aus der langjährigen Erfahrung in der Nutzung der Wasserkraft in Deutschland und zeigen, dass die bestehenden Chancen im Kern ausgeschöpft und weiterentwickelt wurden. Der Wassergehalt in einem Fluß wird durch viele Einflussfaktoren beeinflusst, wovon Niederschläge und Verdunstungen einen signifikanten Einfluß haben.

Weil diese Einflussfaktoren in erster Linie klimatisiert sind, muss der Klimawechsel auch bei der Schätzung der künftigen Energieproduktion aus der Wasserversorgung berücksichtigt werden. Damit ist in naher und ferner Zukunft mit einer Reduzierung der Stromerzeugung aus Wasserkraft um ein bis vier Prozentpunkte und um bis zu 15 Prozentpunkte zu rechnen. Beispielhafte Simulationsberechnungen für ausgesuchte Wasserkraftwerke an Hochrhein, Lech und Main belegen, dass deren Erträge sehr sensibel auf Veränderungen in der Wasserführung reagieren.

Abhängig vom Szenario wird es zu einer Veränderung der Energieproduktion von neun auf neun Prozentpunkte kommen. Zur Kompensation oder Minimierung einer möglichen Unterproduktion der Wasserkraft ist es ratsam, die bestehenden Optimierungsmöglichkeiten der Werke zu nutzens. Auch die Prognosemodelle für den Flächenabfluss sollten weiter verbessert werden.

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