Stromzähler richtig Ablesen und Berechnen

Elektrizitätszähler korrekt auslesen und berechnen

Guten Tag, ich habe einen Stromzähler, der keine Dezimalstelle und keinen roten Rand hat. Inwiefern können die Verbraucher den Stromzähler ablesen? Das Stromversorgungsunternehmen erfasst den Messwert nicht korrekt und kalkuliert zu wenig Elektrizität.

Die Auskunftspflichten können sich zwar im Prinzip aus dem vertraglichen Verhältnis als Nebenverpflichtungen erwachsen, vgl. § 241 Abs. 2 BGB. Weil in Ihrem Falle jedoch die Lesung in der Verantwortung des Versorgungsunternehmens liegt und der Zähler vom Versorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt wurde und somit die abweichenden Informationen (ohne Dezimalpunkt) dem Versorgungsunternehmen bekannt sind, sehe ich kein besseres Wissen von Ihrer Seite oder einen dem Versorgungsunternehmen nicht bekannten Umstand.

Dabei ist die Fehlinterpretation der Ablesung des von ihm in Auftrag gegebenen Zählerstands dem Stromlieferanten zuzurechnen. Deshalb sehe ich hier im Prinzip keine Verpflichtung deinerseits zur Information oder Zusammenarbeit. Lesefehler unterliegen in der Regel den in 18 der Stromversorgungsverordnung (StromGVV) vorgeschriebenen Rechenfehlern (vgl. z.B. Kleve Landesgericht, 5 S 185/06).

Nach § 18 Abs. 1 S. 1 StromGVV ist bei Erkennen des Lesefehlers eine Unterdeckung durch den Auftraggeber zu zahlen. Dabei hat der Stromlieferant die jeweils geltenden Preise anzuwenden. Der Beweis für eine fehlerhafte Lesung obliegt der Person, die einen Schaden geltend macht, d.h. in Ihrem Falle dem Stromanbieter. Ein Schätzwert wird hier wahrscheinlich nicht berücksichtigt, da die Fehlergröße (Verschiebung um eine Ziffer) problemlos ermittelt werden kann, siehe 18 Abs. 1 S. 2 StromGVV.

Da die Auswirkungen des Irrtums unter den von Ihnen beschriebenen Umständen wahrscheinlich über einen längeren Zeitrahmen feststellbar sind, ist der Zahlungsanspruch auf die Unterdeckung auf maximal drei Jahre begrenzt (§ 18 Abs. 2 StromGVV). Wie unter Punkt I. erwähnt, gibt es meiner Meinung nach keine Meldepflicht (zumindest wenn dies nicht explizit im Vertrag mit dem Stromanbieter festgelegt wurde).

Es könnte daher ratsam sein, gelassen zu bleiben und zu vermuten, dass die Forderungen verjähren werden. Es sollte vor allem geprüft werden, ob die konkrete vertragliche Einigung mit dem Stromlieferanten oder dessen Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu einer unterschiedlichen rechtlichen Beurteilung führen kann. a) Wenn wir uns jetzt mit dem Lieferanten in Verbindung gesetzt haben, besteht nach Ihren Bemerkungen keine gesetzliche Nachweispflicht, da der Lesefehler verständlich sein sollte.

Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte: Die Last der Präsentation und des Nachweises liegt im Prinzip beim Lieferanten. Weil der Irrtum jedoch verhältnismäßig leicht zu verstehen sein sollte, kann davon ausgegangen werden, dass der Energieversorger dies nachweisen kann. Dies ist im Grunde genommen richtig, der Lieferant kann sich dann zunächst auf seine (jetzt korrekte) Messung beziehen.

Die Lieferantin müsse dann weiter erläutern, wie der unverhohlene Anstieg zu begründen sei.

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