Stromzähler Genauigkeit

Genauigkeit des Stromzählers

Elektrizitätskosten: Wenn der Meter zu viel ist.... Ganz besonders absurd: Die geprüften Messgeräte entsprechen allen rechtlichen Vorgaben und sind offiziell zugelassen.

Diese kommen von unterschiedlichen Produzenten und sind in ganz Europa, auch in der Schweiz, im Gebrauch. Es ist nicht bekannt, wie vielen Stromverbrauchern in der Schweiz zu viel oder zu wenig Strom in Rechnung gestellt wird. Es ist unmöglich, darüber Auskunft zu geben, erklären sowohl der Verband der Schweizerischen Elektrizitätswerke, Elektrosuisse, als auch das BFE.

Die alten elektromagnetischen Ferraris-Zähler, die heute noch in vielen Haushalten im Gebrauch sind, sind nicht davon ausgenommen.

Tückische elektronische Stromzähler

Bei der Entführung zahlreicher Smart Meters durch Internetkriminelle, die diese als Kontrolle für Übergriffe auf das Stromversorgungsnetz nutzen, wird es sich um einen zppenduster handeln. Bei einem bevorstehenden Energieausfall können auch Kliniken oder Kernkraftwerksbetreiber erpressbar sein. Mangelhaft abgesicherte Smart Mets wären ein GAU für die Versorger. Auch der Privatmensch ist davon berührt, wenn aus den Leistungsdaten seines Elektromobils Fahrprofile entstehen, seine Elektrizitätsrechnung verändert wird oder durch die Auswertung seines Energieverbrauchs zu sehen ist, welche Fernsehfilme er schaut, wann er immer ins Bett geht oder ob die Kleinen allein zu Hause sind.

Seit einiger Zeit wird die Messunsicherheit der neuen virtuellen Stromzähler, der so genannten Smart Meters, und die daraus abgeleiteten Schutzmassnahmen erörtert. Durch die Beeinflussung der Smart Meters können auch externe Informationen verändert, falsch weitergeleitet und Liefernetze unterbrochen werden. Fachleute wie Frederic Strumpf vom Fraunhofer-Institut für Angewandte und Ganzheitliche Sicherung (AISEC) rufen daher dazu auf: "Von Anfang an müssen angemessene Schutzmassnahmen in die Infrastruktur eingebunden werden, um solche Anschläge weitestgehend zu unterbinden und zu vermeiden, dass aus manipulierten Smart-Metern im Smart Grid Kriminalitätswerkzeuge werden.

"Die intelligenten Zähler sind die Grundlage für das zukünftige so genannte intelligenten Stromnetz, das in den kommenden Jahren die mobile und diskrete Versorgung mit regenerativen Energieträgern wie Solar- oder Windenergie und die optimierte Kontrolle des Energieverbrauchs sicherstellen wird. Anders als herkömmliche Stromzähler sind die intelligenten Zähler in ein Kommunikationsnetzwerk eingebunden, um sicherzustellen, dass dies auch wirklich gelingt.

Die Installation von intelligenten Zählern in neuen Gebäuden oder bei großen Sanierungsmaßnahmen ist in Deutschland seit dem I. Jänner 2010 eine gesetzliche Verpflichtung. Untersuchungen haben gezeigt, dass die auf dem Markt befindlichen Standard-Smart Meters in Bezug auf die Sicherheit sehr fragwürdig sind und dass für die Auslegung unbedingt ein einheitlicher Sicherheitsstandard gefordert ist. Welche Schichten die Menschen im Prüfhaushalt im Fernseher sahen, konnte das IT-Sicherheitslabor der FH Münster anhand der in einem intelligenten Zähler hinterlegten Benutzerdaten genau nachvollziehen.

Untersucht wurde ein handelsüblicher Messgerät, der alle zwei Minuten über ein Kommunikationsnetzwerk Verbraucherdaten an den Stromversorger sendet. Sie erklärten in ihrem Arbeitsdokument, dass "je nach Genauigkeit der Messungen und der zeitlichen Lösung nach Bewertung der gesammelten Informationen Schlussfolgerungen über das Verhalten von Menschen im Haus zu ziehen sind".

Intelligente Zähler übertragen nicht nur private Informationen, sie können auch von aussen manipuliert werden. Frederic Stumpf's Prüflabor für intelligente Netzsicherheit hat Standard-Smartphones auf Kompromissmöglichkeiten geprüft und "zahlreiche Schwachstellen" entdeckt. "Im intelligenten Zähler ist das so genannte Portal die Verbindung zwischen dem privaten Wohnbereich und dem Stromversorger und überträgt die Informationen.

Bei den kommerziell erhältlichen intelligenten Zählern gibt es zwar Verschlüsselungsmechanismen, die von Fachleuten jedoch mit einem örtlichen Anschlag auf den Zähler leicht zu umfahren waren. Die Datenschutzexperten sind der Meinung, dass für die einzelnen Systemkomponenten des Unternehmens spezifische Sicherheitsprofile erarbeitet werden müssen, um sicherheitsrelevante Infrastruktureinrichtungen wie beispielsweise das Stromversorgungsnetz vor Anschlägen zu bewahren. In diesem Anforderungsprofil sind die Anforderungen an die entsprechenden Schutzmaßnahmen für intelligente Zähler festgelegt, und sicherheitsgeprüfte Vorrichtungen sollen in Zukunft ein solches Zeugnis aufstellen.

Laut Christoph Krauß hat das Fraunhofer-Institut AISEC nun den Prototypen eines gesicherten Smart Meter Prototyps auf den Markt gebracht, dessen Sicherheitskonzept den aktuellen Status des Schutzprofils des BSI berücksichtigt. Mit diesem Prototypen soll ein Hardware-Sicherheitsmodul (HSM), vergleichbar mit einem Smartcard-Chip, verwendet werden, um sensibles Schlüsselelement auf der Schnittstelle des Gateways zu speichern und den datentechnischen Austausch zwischen Endverbrauchern und Stromnetzbetreibern nachhaltig zu gewährleisten.

Zudem sind jedoch weitere Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Daten in Vorbereitung. Derzeit werden in sechs exemplarischen Regionen Problemstellungen und Lösungsansätze zur Informationssicherheit im Smart Grid untersucht. Im dritten Gesamtenergiepaket, das das Europäische Parlaments im Juni 2009 angenommen hat, wird empfohlen, dass bis 2020 80 Prozentpunkte aller Energieverbraucher in Europa mit Smart Meter ausgestattet sein sollten.

Noch ist nicht klar, wann und ob eine groß angelegte Einführung von sicherheitsgeprüften intelligenten Zählern in Deutschland zu erwarten ist. Aber eins steht fest: Alle bisher eingesetzten konventionellen intelligenten Zähler müssen einmal nachgerüstet oder ersetzt werden.

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