Solarenergie in Deutschland

Sonnenenergie in Deutschland

Fotovoltaik Deutschland | Statistiken & Infografiken In Deutschland erlebte die Fotovoltaik bis 2013 einen regelrechten Aufschwung. Mehr als 1,58 Mio. Solarsysteme decken heute fast 6% des Strombedarfs in Deutschland und der Photovoltaikanteil an der Energieversorgung nimmt weiter zu. Mit einem Ausbau von nur 1,5 GW im Jahr 2016 hinkt der Solarstrommarkt in Deutschland der Planungen der Regierung im dritten Jahr in Folge hinterher[2,4 - 2,6 GW].

Die Fotovoltaik ist die Methode der Umsetzung von Solarenergie in Elektroenergie. Zu den regenerativen Energien zählt die Fotovoltaik, da der erzeugte Solarstrom mit Hilfe von Sonnenzellen umweltschonend erzeugt wird. Der Begriff Fotovoltaik besteht aus dem Griechisch "Fotos" für Beleuchtung und dem Familiennamen des Diplomphysikers Alessandro Volta. Letztes Jahr wurden fast 52.000 neue Solarsysteme mit einer Leistung von insgesamt 1,53 Gigawatt installier.

Dies ist zwar etwas mehr als im Jahr zuvor, aber deutlich unter dem von der deutschen Regierung geplanten Expansionskorridor von 2,4 bis 2,6 GW. Im Ländervergleich ist Bayern mit einem Zuwachs von 242 Megawatt Spitzenreiter beim Ausbau. Im Vergleich zum Jahr zuvor belegt Brandenburg 2 Plätze und ist mit 203MW neu installierte Kapazität an zweiter Stelle vor Sachsen-Anhalt[185MW].

Nach dem Rekordvolumen von 19,5 Mrd. EUR in der Solarindustrie im Jahr 2010 ging das Investitionsvolumen jedes Jahr signifikant zurück[- 92%] und liegt mit 1,58 Mrd. EUR weit unter dem der Vorjahre. Hauptursache für den Einbruch ist die allmähliche Absenkung der Vergütung für Solarenergie und die Umstellung auf Ausschreibungen.

Die Festvergütung ist in der Fotovoltaik die marktbeherrschende Form des Energieabsatzes. Zum Jahrtausendwechsel wurde für die kWh Solarenergie aus der Solaranlage eine EEG-Vergütung von rund 50 Cents ausbezahlt. Bis 2004 waren es 57,4 Cents, jetzt sind es 12,3 Cents. Im Jahr 2016 lag der Solarstrommarkt in Deutschland trotz rückläufiger Technologiepreise mit einem Ausbau von nur 1,53 Gigawatt[2,4 - 2,6 GW] erneut weit hinter den Planungen der deutschen Regierung zurück.

Der Anteil der Photovoltaikinvestitionen am Gesamtvolumen beträgt nur noch 11%[14,2 Mrd.]. 2016 war trotz niedriger Expansionszahlen ein gutes Jahr für die Solarzellen. Von den Solarkraftwerken zwischen Freiburg und Flensburg wurden knapp 38 Mrd. Kilowattstunden[Mrd. kWh] Solarenergie in das Netz eingespeist. Damit wurden im Monatssemester 2016 16% mehr als im Vorjahresmonat[3,6 Mrd kWh] geliefert.

Alle PV-Anlagen haben am 8. Mai um 13 Uhr zusammen 28,5 GW geliefert, was 47% der Gesamtstromerzeugung in Deutschland entspricht. Nach Angaben des FhG ISE produzierten auch die deutschen Solarkraftwerke im Monat Mai mehr Elektrizität als die deutschen Kernkraftwerke[4,86 GW netto*]. In den Jahren 2010 - 2012 erlebte die Fotovoltaik in Deutschland ihre Boomphase Getrieben durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wurden Wachstumsraten von über 70.000 MW pro Jahr erzielt.

Im Jahr 2016 fiel die installierte Photovoltaikleistung mit 1.520 MW weit unter das Jahr 2008. Zwar strebt die deutsche Regierung nach dem EEG einen Expansionskorridor von 2.400 bis 2.600 MW pro Jahr an, doch liegt Deutschland seit 2014 weit hinter seinen eigenen Zieldaten. Die von der BA mitgeteilte Photovoltaik-Kapazitätserweiterung in Deutschland betrug in den ersten vier Monaten 2017 482 MW.

Das bedeutet, dass das Engagement für Photovoltaikanlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 64% zugenommen hat[2016: 293 MW]. Allerdings befinden sich die neuen Kapazitäten noch auf einem relativ niedrigen Stand. Das Jahresvolumen für 2017 würde bei gleich bleibendem Zinsniveau 1.446 MW und damit das Expansionsziel der Bundesregierung[2.400 bis 2.600 MW] weit unterschreiten.

Mit dem EEG sollen für den weiteren Aufbau der Fotovoltaik solide Voraussetzungen geschaffen werden. Die daraus resultierende Planungs- und Investitionsicherheit schuf bis 2010 rund 107.800 Stellen in der Photovoltaikbranche in Deutschland. Der Nachfrageeinbruch im Inland konnte von vielen Firmen nicht durch eine Veränderung in der Produktion oder im Auslandsgeschäft kompensiert werden, so dass sich der Entwicklungstrend in der Beschäftigung im Jahr 2016 fortsetzte[Solarworld-Insolvenz].

Laut Bundesverband Solarindustrie (BSW) waren Ende 2015 nur noch 31.600 Menschen in der Photovoltaikbranche tätig. Bei der jährlichen Auswertung der Bruttostromerzeugung in Deutschland ist ein leichter Zuwachs bei den regenerativen Energieträgern zu verzeichnen. Im Jahr 2016 lieferte Ökostom rund 191,4 Terrawattstunden (Mrd. kWh). Photovoltaikanlagen haben im vergangenen Jahr 38,3 Milliarden Kilowattstunden zum Strom-Mix in Deutschland beigetragen.

Die Windkraftanlagen erzeugten 2016 rund 79,8 Milliarden Kilowattstunden und waren damit mindestens[0,6 Milliarden Kilowattstunden] höher als 2015. Der leichte Zuwachs bei der Stromproduktion trotz der hohen Ausbaustufen in der Windbranche ist witterungsbedingt. Solar- und Windkraftanlagen haben im vergangenen Jahr zusammen 118 Terawattstunden produziert und sind damit hinter den Braunkohlen (150 TWh), aber immer noch vor der Stein- (110 TWh) und der Atomenergie (84,9 TWh) an zweiter Stelle.

Quellen: Laut einer von der Fachagentur für Regenerative Energie (AEE) in Auftrag gegebenen TNS-Emnid-Umfrage ist der Aufbau erneuerbarer Energieträger für 93% der Bundesbürger sehr bedeutsam und die meisten haben auch eine positive Einstellung zu Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energieträger in ihrem eigenen Lebensumfeld. Über zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer halten Solar- und Windenergieanlagen für gut bis sehr gut in ihrer Naehe.

Die Genehmigungsquote für Solaranlagen steigt von 73 auf 90%, für Windenergie von 52 auf 69% und für Bioerdgas von 39 auf 56%. Laut TNS Emnid sprachen sich im Jahr 2012 77% der Umfrageteilnehmer (ohne Vorkenntnisse) für den Aufbau eines Solarkraftwerks in unmittelbarer Nähe aus. Die Kernenergie steigt um 2%-Punkte und erreichte das Akzeptanzniveau von 2010 - dem Jahr vor der Atomkatastrophe in der Region Bukushima.

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