Schleswiger Stadtwerke

Stadtwerke Schleswig

Kontroverse Übernahmen: Schleswigs Stadtwerke erreichen den Handel Das Hauptquartier der Stadtwerke am Ilensee. Zwei Betriebsübernahmen durch die Schleswiger Stadtwerke verursachen Ärger bei den Handwerkern. Anfang des Jahres übernahmen die Schleswiger Stadtwerke still und still die traditionsreiche Handwerksfirma der Sanitärbranche, die in Friedrichsberg ansässig ist. Sie ist der zweite Schritt des schleswigschen Energieversorgers in einen ausländischen Beruf. Bereits ein Jahr vorher hatten sich die Stadtwerke an der Solar Technologie North (stn) beteiligt, mit der sie bei der Energiebereitstellung im Baufeld im Bereich Roter Bärengarten kooperieren.

Waehrend Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs das Energieversorgungsunternehmen auf eine breite Basis stellt, laeuten die Warnglocken. Er befuerchtet, dass das Land ein gefaehrlicher Vorbild fuer das Kunsthandwerk werden koennte. Der Schleswiger Bezirkshandwerkerverband hat ebenfalls seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Andere Stadtwerke werden dem Beispiel des Landes mit unvorhersehbaren Konsequenzen nacheifern.

Nach der Bekanntgabe der Transaktion äußerten viele Firmen die Befürchtung, durch ein übermächtiges "Stadtwerke-Handelsunternehmen" ersetzt zu werden, da insbesondere die Stadtwerke als Zulieferer im Elektrizitäts- und Gassektor für sie ein bedeutender Kunde und gleichzeitig Vertragspartei für Endkundenlieferungen waren. Das betrifft nicht nur den Richter-Deal, sondern auch den Schleswigschen Solar-Pionier stn (Solartechnik Nord).

Bisher war nur der Öffentlichkeit bekannt, dass stn ein regional tätiger "Exklusivpartner" der Stadtwerke der "Schleswiger Energiebox" ist, der die gesamte Prozesskette des kalten Nahwärmesystems berät, plant, fachgerecht installiert und in Betrieb nimmt. Die Tatsache, dass sich 49% der stn in jüngster Zeit im Besitz der Stadtwerke befanden, wurde bisher jedoch unter Verschluss gehalten. 4. Die Stadtwerke sind weder die Startseite noch das Firmenprofil von stn.

Bei Belau droht nun die Überwindung der traditionellen Trennungslinie zwischen den Stadtwerken im Energieversorgungsbereich, nach der sich der Zulieferbereich auf den Hauseigentümer erstreckt, alles andere liegt in der Verantwortung der Installateure. Das bestreitet Stadtwerke-Chef Schoofs nicht und bringt offen zum Ausdruck, was der Energieversorger mit den Firmenübernahmen erreichen will.

Schoofs betonte, seine Aufgabe als Politiker in Schleswig sei es, die Stadtwerke zu schützen. Zum anderen müssen die Stadtwerke die Anforderungen der Landeshauptstadt Schleswig an den Erhalt und Ausbau der bestehenden Anlagen und den Betrieb von Verlustbereichen wie dem Schwimmbad einhalten. Der Kunde betreibt hier seine Heizungsanlage nicht selbst; die Anlagen zur Bereitstellung der sogenannten kalten Ortswärme (Erdwärme plus Wärmeaustauscher und Solar) verbleiben im Besitz der Stadtwerke.

Schoofs sagt aber auch bei Richter: "Das Angebot des Unternehmens wird auch weiterhin Bestand haben. Dies alles steht nicht im Zusammenhang mit den traditionellen Geschäftsbereichen der Stadtwerke. Daß Schoofs überhaupt so zügig arbeiten kann, ist darauf zurückzuführen, daß die Bundesregierung den örtlichen Versorgern im vergangenen Jahr zwar gesetzlich mehr Freiraum bei der raschen Umwandlung von Energie gewährt hat, jedoch im Rahmen des Gesetzes zur Stabilisierung der lokalen Wirtschaft keine eindeutige Trennung zum Kunsthandwerk (Nebentätigkeiten) vorgenommen wurde.

Wie Schoofs das ansieht, sagt er deutlich: "Was die nationalen Verbände verhandeln, ist für mich nicht verbindlich. Die Sicherung der Unternehmensexistenz hat für mich oberste Priorität. "Dieser Weg wurde auch von der Städtepolitik verfolgt. Der Beschluss zur Uebernahme der rein handwerklichen Firma durch die Stadtwerke wurde von der Ratssitzung im vergangenen Monat - hinter geschlossenen Tueren und einhellig - gebilligt.

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