Rwe Stromversorgung

Das Rwe Netzteil

Mit dem supraleitenden Kabel will RWE die Verluste bei der Stromübertragung minimieren. Stromversorgung: Stromerzeuger RWE und E.on stellen in Serie ab

Zuerst E. on, jetzt RWE: Die dt. Energiekonzerne haben mehrere Anlagen abgeschaltet. Dies ist auf die aktuell äußerst günstigen Grosshandelspreise für Elektrizität zurückzuführen. Wegen des starken Rückgangs der Stromgroßhandelspreise stellt der RWE-Konzern eine ganze Anzahl von Anlagen still. Im Inland und in den Niederlanden werden nach Angaben des Anbieters Stromerzeuger mit einer Kapazität von 3100 MW aus dem Verkehr gezogen.

Damit tritt RWE die Nachfolge des Wettbewerbers E.on an, der am vergangenen Donnerstag die Abschaltung von Kraftwerken mitteilte. "Weitere Kernkraftwerke stehen auf dem Plan; hier werden alle Möglichkeiten zur Steigerung der Profitabilität geprüft", sagt RWE. Der Jahresüberschuss sank nach Wertberichtigung auf niederländische Kernkraftwerke im ersten Semester um 38% auf rund eine Mrd. E. Dies entspricht einem Rückgang um 38%.

"Der Einsatz vieler Kernkraftwerke zahlt sich nicht mehr aus. Die Division Herkömmliche Energieerzeugung verlor knapp zwei Drittel ihres Betriebsergebnisses. "Wir werden uns auch von unseren Steinkohleanlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 1200 MW verabschieden, für die wir ein vertraglich vereinbartes Benutzungsrecht haben", verkündete der Geschäftsführer. Die Energiekonzerne sind von dem starken Rückgang der Stromgroßhandelspreise betroffen.

Mit einem Preis von weniger als 37 EUR pro MW-Stunde seien viele Anlagen nicht mehr betriebsfähig, heißt es. E. on hat in ganz Europa Anlagen mit einer Kapazität von 11.000 MW zur Verfügung gestellt, von denen mehr als die Hälfe bereits stillgelegt sind. Laut einer im Netz publizierten Darstellung beabsichtigt RWE, in diesem und im nächsten Jahr Stromkontrakte aus Kohlekraftwerken mit einer Gesamtleistung von rund 1200 MW zu kündigen.

Darüber hinaus will der Konzernverbund mehrere Gaskraftwerke, darunter auch einige in Deutschland, stilllegen. In den Niederlanden soll das Kohlekraftwerk Amer 8 im Jahr 2016 vollständig abgeschaltet werden. Lediglich durch Einmaleffekte konnte RWE sein Betriebsergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und Amortisation ( "EBITDA") von Jänner bis Ende Juli um 9,1 Prozentpunkte auf 5,498 Mrd. zulegen. Allerdings war das Minus nur auf den erfolgreichen Abschluss des Gasstreit mit dem russische Gasversorger Gazprom zurückzuführen, der sich mit rund einer Mrd. EUR auf das Betriebsergebnis ausgewirkt hat.

Die Gruppe bestätigte ihre Prognose für das Gesamtjahr, nach der das operative Segmentergebnis rund 5,9 Mrd. EUR nach 6,4 Mrd. EUR im Jahr zuvor betragen wird.

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