Grünstrom Probleme

Probleme mit dem grünen Strom

im Mehrfamilienhaus problemlos auf Ökostrom umstellen. Zur Laufzeit gab es keine Probleme. Die VKU Chefin Katherina Reiche sieht ein generelles Problem hinter dem Fränkischen. Gute Bedienung, niedrige Preise und keine Probleme beim Umrüsten.

Ökostrom "von unten" versus Routen

Von den Stadtwerken aus gesehen könnte die energetische Wende im Kleinen so gut sein, wenn der Gesetzgeber und die großen Netzwerkbetreiber nicht zentral regieren würden. Josef Hasler, Leiter der Nürnberger Staatlichen Anstalten, beschrieb den Berliner Pressevertretern wahrscheinlich in dieser Wochen, wie gut die energetische Umstellung in seiner Frankenregion verläuft.

Etwa 50.000 EEG-gestützte Kraftwerke, vor allem die Photovoltaik, würden unter anderem dafür Sorge tragen, dass das Verteilungsnetz zum Teil 500 MW mehr Kapazität hat, als die gesamte Fläche ausmacht. Hasler fügte hinzu, dass mittlerweile 97% des eigenen Strombedarfs regenerativ sind - anscheinend ist es nicht mehr weit von einem "autarken Bürger" zu einer "autarken Region".

Grün-rot scheint auch die Futur zu sein. Laut Hasler bestellt jeder dritte Haushalte zurzeit eine Solarzelle mit Speichern und viele Eigentümer der bestehenden Solarsysteme erwägen die Nachrüstung eines Energiespeichers und die Vorinstallation einer elektrischen Ladestation. Doch eines beunruhigt die neue ökologische Umwelt aus Haslers Augen. Eine große neue Freileitung soll in wenigen Jahren ihre Gegend mit dem norddeutschen Ökostromüberhang, der ehemaligen "Gleichstrompassage Süd-Ost", verknüpfen.

Hasler fragt sich nun, was mehr Sicherheit dieser großen, meist erdverlegten und damit teuren Leitung bringt. Hasler, der auch Geschäftsführer von N-Ergie, dem Regionalversorger in Mittelfranken, ist sich gewiss, dass die Lampen in den drei Jahren dazwischen nicht erlöschen werden. Die Eigentümer von Irsching 5 haben erst Ende MÃ??rz einen neuen Anlauf unternommen, um den 846 Megawatt Block aus der so genannten Netzvorlage zu holen und haben der BNetzA und dem zustÃ?ndigen Stromnetzbetreiber Tennet im April 2008 einen weiteren Stillstand des Systems gemeldet.

Einen besonderen Stolperstein auf der Seite von Hassler und Katherina Reiche, der Leiterin des Verbands Städtischer Betriebe (VKU), bilden die durch das Energiewirtschaftsgesetz festgelegten Netze. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit des Netzes in Deutschland dürfen die vier großen Stromnetzbetreiber in der Umgebung von Engpässen bis zu 2000 MW neue Kraftwerksleistung aufbauen.

Anders Haslers fränkisches Kalkül: Der Ausbau des Ökostroms und der Elektrizität aus Isar II könnte die Stilllegung des Kernkraftwerks sehr gut kompensieren - ergo: Die Südost-Verbindung wird nicht benötigt, ganz zu schweigen von den 2000 neuen MW zur Netzstützung. Die VKU Chefin Katherina Reiche sieht ein allgemeines Phänomen hinter dem Frankens.

Sie unterstrich, dass der bundesweite Aufbau grüner Energie vor allem auf Landesebene erfolgt. Bei Beibehaltung der derzeitigen Ausbaupläne würden 140.000 MW an erneuerbarer Energie zu den Regionalnetzen hinzugefügt, aber nur rund 17.000 MW im überörtlichen Netz, sagte sie den Massenmedien neben Hasler. Bei den Reichen und den Armen wächst der Widerspruch:

Regenerative Stromerzeugung findet primär auf der "unteren" Netzebene statt, ihre Kontrolle, Neuverteilung und Regulierung wird aber vor allem auf der Stufe der vier großen Stromnetzbetreiber beschlossen. Reiche: "Das hat sich geändert und wird sich weiter ändern. Es wurde gesagt, jeder solle auf seiner eigenen Stufe mitarbeiten.

Noch immer versuchte er, ein Seebild zu zeichnen und stellte den großen Netzbetreibern vier Tanker gegenüber, die wie üblich immer die großen Schifffahrtswege befahren, aber nicht wissen, "was auf dem Meeresgrund passiert". Bei den zusätzlich 2000 MW zur Netzstabilität muss er aber weniger auf die Betreiber oder auf Berlin als auf München blicken.

Bis 2021 sollen in Bayern zwei neue Reserve-Kraftwerke mit einer Leistung von je 600 MW in Betrieb gehen. Möglicherweise sollte der Chef der Stadtwerke den bayrischen Regierungschef deshalb in die ökologische Welt des Stroms in seiner Umgebung einführen.

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