Erdöl Energiegewinnung

Rohöl Energieerzeugung

Rohöl ist nach wie vor einer der begehrtesten Stoffe der Welt. Öl, Erdgas, Kohle, Kernbrennstoffe, Geothermie. Die Energie aus Kohle, Öl und Gas.

Erdölgeschichte (Ökosystem Erde)

Schon in der Urgeschichte wurde Öl zum Beispiel zur Abdichtung von Schiffen eingesetzt. Mit der Verwendung von Erdöl als Leuchtmittel und der Erfindung einer Erdölbohrung in Titelville durch Edwin Drake begann die Zeitgeschichte. Die Blütezeit des Öls fängt als Brennstoff der industriellen Gesellschaft an: Öl bestimmt den Krieg und leistet einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der industriellen Gesellschaften - aber es löst auch selbst Krisensituationen und Konflikte aus.

Rohöl (für seine >> Herkunft) wurde bereits in der Urzeit vom Menschen verwendet: Das an der Erdoberfläche austretende Öl wird durch den Sauerstoffkontakt zu asphaltiertem Asphalt, der bereits vor über zwölftausend Jahren in Mesopotamien zur Abdichtung von Schiffen eingesetzt wurde. Im Babylonischen wurde Öl wahrscheinlich schon für die Anzündung benutzt - es wurde "naptu" genannt, von " Napatu " = glänzen, das heißt der griechische Name für Öl.

Öl als Mittel wurde bereits ab dem neunten Jh. von islamistischen Machthabern in Baku (im jetzigen Aserbaidschan) verkauft; und auch die Nordamerikaner versorgten damit Verwundungen. In den USA hatte der New Yorker Anwalt George Bissell die Vorstellung, Erdöl ("Steinöl" - zur Abgrenzung von pflanzlichem Öl und tierischem Fett) als Treibstoff für Leuchtmittel zu nutzen - Pottwal und Walöl waren durch die seltenen Walfische zu kostspielig geworden (>> Eine kurze Walfanggeschichte).

In Titusville gab es den ersten Erdölboom der Firmengeschichte; Ende 1860 produzierten hier bereits 75 Ölquellen. In den Erdölhandel trat er ein - und wurde der reichste Mann der Erde. Mit der Fertigstellung des ersten Kraftwerks in New York 1882 setzte sein Triumphzug ein und die Ölgeschichte scheint wieder vorbei zu sein.

Am Ende des Jahrhunderts lancierte Standard Oil die ersten Ölofen und Brenner für Fabrik anlagen, Eisenbahnen und Schiffen; vor allem aber sollte eine weitere wichtige Entwicklung folgen: 1886 hatte Carl Benz das Fahrzeug mit Innenverbrennungsmotor entwickelt, das der gr? In der Nähe von Beaumont in Texas wurde im Jänner 1901 das große Erdölfeld Spindletop entdeckt - die erste Quelle allein versorgte so viel Erdöl wie alle bisherigen Lagerstätten, und ein Jahr später gab es 440 Bohrungen in diesem Erdölfeld, die Förderung erhöhte sich auf 17,5 Mio. Fässer im Jahr 1902.

Die Ölmarktkämpfe zwischen Rockefeller, den Adligen, Rothschilds und Samuel gehen als "Ölkriege" in die Ölgeschichte ein. Als Churchill sah, wie viele Briten sich einen neuen Angriff lieferten, erklärt Deutschland am 11. September 1914 Russland den Krieg: Der Erste Weltkrieg begann (>> mehr). Das Erreichte der Industrierevolution wurde für die Kriegführung genutzt - etwa 10 Mio. Todesopfer und eine Vielzahl von Verletzten und Flüchtlingen waren der Lohn.

Das Erdöl sollte eine ausschlaggebende Bedeutung haben, aber nicht so sehr in der Fahrzeugflotte (abgesehen von der Bedeutung der deutsch - dieselbetriebenen - U-Boote), sondern auf dem Land: Der Erste Weltkrieg wurde zum ersten Motorkrieg. Das war auch ein Triumph des Öls (der Alliierten) über die Steinkohle und die Bahn (der Deutschen).

Weltkrieges hatte das Erdöl für ganze Bundesstaaten an strategischer Wichtigkeit gewonnen, und in Amerika stieg der Erdölverbrauch explosionsartig an - die Anzahl der Fahrzeuge war 1920 auf 9,2 Mio. anwachsen. Also machten sich Engländer und Amis zusammen, um weitere verdächtige Ölvorkommen im Mittleren Orient zu erschliessen. Im Jahre 1927 fand man in der Nähe von Kirkut im Irak eine reichhaltige Ölbohrung (die 1921 aus den ottomanischen Provenienzen Bagdad, Mossul und Basra hervorgegangen war).

Im Jahr 1930 gab es in Amerika 23,1 Mio. Fahrzeuge - mehr als drei Viertel aller Fahrzeuge weltweit. Die Verbräuche nahmen rapide zu, aber die Suche nach neuen Erdölquellen ging noch zügiger. Die im Ersten Weltkrieg entstandene Luft- und Seismographie spielte dabei eine wichtige Rolle. Mit dem Seismographen werden Bodenschwingungen erfasst, die für die Mineralölgeologie synthetisch generiert wurden: So können z. B. die unterirdischen Strukturen - wie eventuelle Ablagerungen - aus den Wogen abgelesen werden.

Das Ölhochwasser hat zu einem Preisrückgang geführt: In den USA fiel der Ölpreis 1930 auf 10 Cents pro Fass. Im Jahr 1938 gründete die Kuwait Oil Company, gegründet von der American Gulf Oil and Anglo-Persian, das Burgan Oil Field, immer noch das zweitgrösste Erdölfeld der Erde; einige wenige Wochen später wurde Standard in Saudi Arabien gefunden - nahe der jetzigen Ölstadt Dhahran und dem Ölhafen von Ras Tanura.

Doch die Produktion konnte zunächst nicht starten - der Zweite Weltkrieg brach alle Vorkehrungen ab. Weltkrieges wurde die strategisch wichtige Rolle des Öls noch klarer als im Ersten Weltkrieg: LKW s, Tanks, Schlachtschiffe, Flugzeuge usw. - sie alle benötigten es. Schon vor dem Ersten Weltkrieg versuchte das kohlenreiche Deutschland, aus Steinkohle synthetische Kraftstoffe herzustellen.

Seit 1926 produziert die I.G. in Leuna diesen Kraftstoff, allerdings kostet das "Leunabenzin" ein Vielfaches des Rohöls. Rommels Kampagne in Nordafrika (Rommel träumt davon, die Baku-Ölfelder über Palästina, Irak und Iran zu erreichen) kam ebenfalls im Juni 1942 zum Erliegen, als seine Treibstoffversorgung ins Stocken geriet - "Benzinmangel!

Doch nach dem Einmarsch der Alliierten in die Normandie wurden die Pflanzen gezielt vernichtet; Hitlers seit 1942 auch Generalinspektor für Energetik, Albert Speer, bemühte sich vergeblich, die Erzeugung durch den Aufbau von kleineren, gut getarnten Pflanzen zu schonen. Nach Kriegsende explodiert der Erdölverbrauch in den USA weiter; die Anzahl der Fahrzeuge steigt von 26 Mio. im Jahr 1945 auf 40 Mio. im Jahr 1950. Die Erdölproduktion hält nicht mit dem Konsum mit - 1948 werden die USA zum Nettoölimporteur.

Auch der Marshall-Plan zum Aufbau der westlichen europäischen Volkswirtschaft stützte sich auf Erdöl als Ersatz für Steinkohle in Industrieheizkraftwerken und zum Antrieb von Pkw, Lkw und Flugzeugen. Erdöl aus dem Mittleren Orient gewann daher zunehmend an Bedeutung: Saudi-Arabien, Kuwait und der Iran wurden von strategischer Bedeutung. Auch in Saudi Arabien wurde diese Regelung Ende 1950 und anschließend in Kuwait und Irak durchgesetzt.

Doch nicht im Iran, wo seit 1951 eine "nationale Front" den Premier gestellt hatte, zu dessen Entstehung die kolonialistische Haltung der Engländer viel beitrug: Dort wurden 1951 die Erdölfelder und -anlagen nationalisiert. Vom Ende der Suez-Krise bis zum Ende der 1960er Jahre war das Ölzeitalter golden:

Von 8,7 Mio. Fässern pro Tag im Jahr 1948 stieg der Konsum auf 42 Mio. Fässer im Jahr 1972 - und neue Lagerstätten wurden noch schneller aufgedeckt. In den USA stieg die Anzahl der Fahrzeuge bis 1972 auf 119 Mio., der Aufbau des Highway-Systems hatte 1956 angefangen und die USA sind in die Vororte gezogen.

Die Anzahl der Fahrzeuge außerhalb der USA erhöhte sich von 19 Mio. im Jahr 1949 auf 161 Mio. im Jahr 1972, hauptsächlich aufgrund der europäischen Autofahren. Ihre neue Bedeutsamkeit nutzen die Erzeugerländer für Preiserhöhungen: Zwischen 1970 und 1973 verdoppelten sich die Erlöse.

Der Rohölpreis kletterte im Monat November auf 11,65 USD pro Barrel, viermal so viel wie vor dem Ausbruch der Erdölkrise. In allen Industrieländern sorgte der Kurs für wirtschaftliche Probleme: Das Bruttoinlandprodukt der USA ging um 6 % zurück, in Japan zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. 2. In den Industrieländern wurde auf die Suche nach neuen Erdölquellen (Grundlage für die anschließende Erdölförderung in der Nordsee), die Verwendung anderer Energiequellen (Frankreich setzte inzwischen auf Kernenergie) und die Energieeinsparung (Japan war der Vorreiter) reagiert.

Im Jahr 1979 verlor der Schah die Macht im Iran; der Fundamentalist Ayatollah ("führender Religionswissenschaftler") Khomenei übernimmt die Leitung des Landes und gründet eine islamistische Theokratie. Deshalb zogen es viele Lieferanten vor, auf dem Kassamarkt zu verkaufen, weshalb die OPEC im Monat Mai den Ölpreis von 13 auf 34 USD pro Fass anhebt.

Der Irak benutzte den Reputationsverlust, den der Iran durch die islamistische Umwälzung und mit seinem früheren Protektor USA in der ganzen Welt erlitt, um einen Kampf gegen seinen früheren Erzbischof zu führen: Er richtete sich auch gegen das Zentrum der Ölförderung im Iran; und der Iran richtete seine Gegenangriffe auch auf die Ölförderung im Irak, die dadurch beinahe gescheitert wäre.

Die Ölpreise stiegen auf 42 USD pro Fass. Zwischen 1979 und 1983 ging die Ölnachfrage der OPEC um 43% zurück; die OPEC reduzierte die Förderung, musste aber 1983 noch den seit 1981 wieder festgesetzten Wert senken: von 34 auf 29 USD pro Fass. Die Preise fielen weiter und fielen im Oktober 1985 unter 10 USD pro Fass.

Durch den niedrigen Kurs würden die Bemühungen, Geld zu sparen und die Rückgabeabhängigkeit aufzuheben, vereitelt. Wenn die OPEC und die Nicht-OPEC-Förderländer sich auf die gemeinsamen Produktionsquoten einigen, steigt der Kurs auf 15 bis 18 Dollars. In der Zwischenkriegszeit zwischen Iran und Irak gab es im September 1988 einen Waffenruhezustand, die Ölversorgung scheint endlich wieder intakt.

Der Irak fiel im September 1990 in Kuwait ein. Kuwait würde Saddam Hussein weitere 10 % der weltweiten Ölreserven geben und ihn seinem Bestreben, ein arabischer Führer zu werden, ein Stück nähern. Er hat geglaubt, dass die ganze Erde die lnvasion Kuwaits akzeptieren würde. Eine anti-irakische Allianz unter Führung der USA griff im Jänner 1991 den Irak an - so gut, dass die Erdölpreise, die bei ihrem Überfall gestiegen waren, wieder auf 20 USD pro Fass fielen.

In Irak gab es (brutal deprimierte) Aufstände von Shiiten und kurdischen Soldaten, aber nicht die vom Bündnis erhoffte Entfernung von Saddam Hussein; die Lage im Mittleren Orient war weiterhin gespannt. Durch die Asien-Krise 1997/98 kam es zu einem Rückgang des Ölverbrauchs, der mit dem Wiederaufschwung der Konjunktur um die Jahrhundertwende zu einem Preisanstieg auf 34 USD pro Fass geführt hat, der sich nach dem Zerplatzen der Spekulationsblase am "Neuen Markt" jedoch umkehrte.

Auch der Irak kam nach den Terroranschlägen in den USA am vergangenen Freitag, dem 11. September 2001, wieder ins Blickfeld der USA: Saddam Hussein hatte Massenvernichtungsmittel produziert. Der Irak wurde nach einem Monat militaerisch geschlagen; das Lande ist bis heute nicht zurueckgekehrt - und die Oelproduktion ist weit unter dem, was technologisch moeglich ist.

So wurde im vergangenen Jahr die Marke von 50 USD überschritten, zu Beginn des Jahres 2008 die Marke von 100 USD und Ende Juli 2008 lag der Rohölpreis bei 140 USD pro Fass. Anders als bei vorangegangenen Krisensituationen gibt es dieses Mal keine klare geographische Ursache: Obwohl es einige Krisensituationen gibt (die immer noch begrenzte Fördermenge im Irak, der Aufstand in Nigeria, die Kontrolle der Ölförderung in Russland und Venezuela), ist die Hauptursache, dass die Fördermenge nicht mit der steigenden Inlandsnachfrage mithalten kann.

Bedeutende Produktionsländer wie Saudi-Arabien können das Fördervolumen kaum noch steigern, da die Ölfelder es nicht mehr aufgeben (siehe >> Das Ende des Billigöls). Fachliteratur: Daniel Yergin: Der Ehrung. St. Fischer 1991: Umfassende, spannende Ölgeschichte bis zum Krieg am Golf (nur in antiquarischen Büchern erhältlich).

Lesen Sie mehr über unsere Produkte auf diesen Seiten:

Mehr zum Thema