Energiekosten Industrie

Die Energiekostenindustrie

Die Energiekosten für die Industrie in Deutschland fallen - Energierevolution In den letzten Jahren sind die Energiekosten für die ganze Branche in Deutschland im Vergleich zur Erzeugung stark zurückgegangen. Für die Fertigung ihrer Erzeugnisse müssen Firmen immer niedrigere Elektrizitätskosten aufwenden. Wir haben vor einigen Monaten berichtet, dass die Konsumenten jedes Jahr elf Mrd. EUR für den Energieverbrauch der stromintensiven Industrie ausgeben.

Stattdessen kommt der nicht energieintensiven Industrie die energetische Umstellung ebenfalls zugute, auch wenn die Volkswirtschaft sie in Form des Bundesverbands der Industrie (BDI) anders einschätzt. Die Fachverbände betrachten nur die Höhe der Strompreise für deutsche Firmen und stellen diese den Strompreisen in den anderen EU-Staaten gegenüber, während die Analytiker des Ökoinstituts und des Instituts für deutsche Volkswirtschaftslehre die Lage näher erhellen.

Die Folge: Statt sich über die steigenden Strompreise zu beklagen, die eigentlich zu einem großen Teil durch die EEG-Abgabe verursacht werden, kann niemand leugnen, dass man sich den Energiekosten-Index für die Industrie in Deutschland (ECI) ansehen sollte. Damit steht die Änderung der Energiebeschaffungskosten für die Industrie im Einklang mit der Industrieproduktion.

Auch die Industrieproduktion wird als Brutto-Produktionswert bewertet. Ganz einfach gesagt, geht es um die Energiekosten für die Herstellung einer bestimmten Anzahl von Erzeugnissen, die wirklich zu marktüblichen Preisen verkauft werden. Es ist nicht der Preis des Stroms allein, sondern nur der EKKI, der die tatsächlichen Energiekosten für Industrie und Wirtschaft aufzeigt.

Dies macht deutlich, warum der Einbruch der Konjunktur in Deutschland, der von der Industrie zu Anfang der Umstellung verursacht wurde, überhaupt nicht eingetreten ist. Vielmehr befindet sich die Konjunktur in Deutschland auch in der anhaltenden Finanzmarktkrise auf Wachstumskurs und kann sich nicht wirklich beschweren. Mittlerweile beginnen bereits die ersten Auseinandersetzungen innerhalb Europas zu blühen. Es geht darum, ob Deutschland zu viel aus dem Ausland ausführt und die Investitionen ausbleiben.

Selbstverständlich sind alle Energiekosten in der EBI enthalten. So sind hier nicht nur die Elektrizitätskosten enthalten, sondern auch die Ausgaben für Steinkohle, Erdgas und Mineralöl und vor allem die Heizkosten. Vor allem fossile Brennstoffe unterliegen nur geringen Steuern, die im Preis gesenkt werden, so dass man davon ausgehen kann, dass der Wert aufgrund von billigem Erdgas und Erdöl oder subventionierten Steinkohle - die in der Industrie überwiegend zur Prozesswärmeerzeugung eingesetzt wird - so gering ist.

Auf der einen Seite sind fossile Brennstoffe seit langem beliebt. Andererseits entfällt mehr als die Haelfte aller Energiekosten (52 Prozent) auf die Beschaffung von Strom. In der deutschen Industrie wird ein Viertel der Energiekosten für die Beschaffung von Erdgas und Mineralölprodukten aufgewendet - sei es für den Warentransport oder für die Prozesswärmeversorgung.

Der Rest der Energiequellen spielt dabei eine ziemlich geringe Bedeutung. Dies macht jedoch deutlich, dass die Elektrizitätskosten den größten Einfluß auf den EKKI haben. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt außerdem, dass sich die Preise für Strom, Erdöl und Erdgas und die anderen Energiequellen vergleichsweise ähnlich entwickeln. Dies bedeutet in der Konkretisierung, dass die Strompreise im Verhältnis zu den auf den Inlands- und Auslandsmärkten verkauften Produkten zwar leicht schwanken, mittelfristig aber stark zurückgehen werden.

Im Jahr 2010 musste die Industrie mehr als eine halben Mrd. EUR mehr für Energiekosten ausgeben als im ersten Vierteljahr 2017, im Gegensatz zu 2013 sind die Energiekosten für die Industrie um 790 Mio. EUR gesunken. Mittlerweile bestehen selbst in energiereichen Betrieben nur noch gut 3,5 Prozentpunkte des Bruttoproduktionswertes aus den Energieeinzelkosten.

Bei weniger stromintensiven Betrieben beträgt der prozentuale Anteile der Energiekosten am Brutto-Produktionswert rund zwei Prozentpunkte. Wer seine Erzeugnisse mit geringem Energieverbrauch herstellt, muss weniger als ein Prozentpunkt des Bruttoproduktionswertes in die Strombeschaffung investieren. Der EKKI lässt jedoch nur begrenzte Angaben darüber zu, ob der Teil der Energiekosten aufgrund fallender Energiekosten oder einer steigenden Erzeugung sinken wird.

Es ist jedoch absehbar, dass die energetische Umstellung keine nachteiligen Auswirkungen auf das Wohlergehen der Volkswirtschaft in Deutschland haben wird. Obwohl die Strompreise für die Industrie die größten in Europa sind, verzeichnet auch die Volkswirtschaft in Deutschland europaweit das höchste Wachstum.

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