Emma Butler

Emilia Butler

Die Emma Butler Galerie, St. John's. Der Butler spricht "Rassismus" an Diejenigen, die Ende der 90er und zu Beginn der 2000er Jahre mit dem Studiengang Geschlechterstudien an den Berliner oder Freiburger Hochschulen begannen, beschäftigten sich vor allem mit Fächern der Literaturwissenschaften und der Psychoanalyse: In den meisten Studiengängen der Geschlechterstudien geht es zwei Dekaden später nicht um solche Fragen - und um die Emanzipation von Frauen als solche.

Gender Studies Kurse führen jetzt unter anderem die Bezeichnungen "Muslim Queer Subjectivities and Islamic Ethics" oder "Introduction to Interdependent Madness Research/Mad Studies". Persönliches Leid in der ganzen Erde wird in ein wissenschaftliches Subjekt verwandelt, die eigene Situation als Dritte verkörpert und die eigene Verantwortung für den eigenen Zustand. Sie wird von postkolonialen Studien begleitet, die das Jenseits des Colonialismus ergründen.

Diese Veränderung der Aufmerksamkeit wird als eine bedeutende Fortentwicklung der Genderforschung angesehen, da Fragestellungen des "minoritären" Begehrens und des rassistischen Verhaltens auf die Wissenschaftsagenda gestellt wurden, die die historischen Frauenstudien einmal nicht beachtet haben. Etwas anderes fällt in den vergangenen zwei Dekaden auf: Nicht eine einzige Publikation aus der Abteilung für Geschlechterstudien hat eine sozialpolitische Diskussion geformt oder wenigstens vorgebracht.

Dies ist zweifellos auf die Unbegreiflichkeit der Terminologie und den "methodischen" Ansatz zurückzuführen und steht in krassem Gegensatz zu Werken aus den Bereichen Geschichte, Sozialwissenschaft oder Politologie. Kein einziger deutscher Professor für Gender Studies hat eine wegweisende Arbeit verfasst, die in der wissenschaftlichen Welt große Beachtung gefunden hätte.

In der Geschlechterforschung herrscht nach wie vor das Selbstverständnis, unentbehrliche Hochschul- und sozialpolitische Tätigkeit zu verrichten. Der Verein für Geschlechterforschung - der wissenschaftliche Verbund aller in der Geschlechterforschung an den Universitäten Deutschlands tätigen Personen - sieht seine eigenen Aktivitäten zum Beispiel als wissenschafltichen Ausdruck einer " unerkannt und prekär " engagierten Gemeinschaft.

Der intellektuelle Weitblick und die kritischen Abstände, die diese Formulierung vorschlägt, sind eine Farce: Im Gender-Clan gibt es keinen Gegensatz zwischen den verschiedenen Sichtweisen, sondern nur einen judith-butlerischen Monolog. Im Graduiertenkolleg Gender Studies werden Doktorandinnen und Doktoranden ermutigt, ihre Dissertationen in ihrer Lieblingsserie zu schreiben, anstatt sich mit den wirklichen Hinterräumen der gesellschaftlichen Wirklichkeit - etwa Frauenhäuser und Gefängnisse - zu befassen.

Umfassende Kritiken der Geschlechterstudien zu Deutschrap, deren Produkte, die voller Gewalttätigkeit sind und schwule und weibliche Menschen verachten, Millionen von Exemplaren verkauften und fast zur Recherche einladen: Die in diesem Sinne geschulten Werke verdeutlichen also, wie es in der Genderforschung wirklich um das "Unbekannte und Prekäre" geht. Schlimmeres noch: "Gemeinsame Repräsentationen von Selbstmordattentätern neigen dazu, die historischen westlichen kolonialistischen Sichtweisen von Mädchen aus der Dritten Welt zu reflektieren, geleitet von Imperialismus und ihrem spezifisch abendländischen Genderismus, so der Autor, der sich in einem Gespräch beschwerte: "Terroristen werden durch ihre Medienpräsentation ausschliesslich als brutale und irrationale Erscheinungen inszeniert, um ihre politische Zielsetzung zu verbergen [....] Die Attentäter werden als Monstren dargeboten.

Vor einigen Jahren tobte sie von den terroristischen Organisationen Hamas und Hisbollah als "fortschrittlich" und bezeichnete sie als "Teil der weltweiten Linken". "Die Begegnung mit einer Frau, die von den Taliban unter Todesdrohung gemeinsam in Menschensäcke umgewandelt wurde oder deren Nase und Ohr wegen unangenehmen Verhaltens zu Lebzeiten abgetrennt wurde: Die dafür nötige Ausdauer mangelt vor allem einer juditischen Butlerin.

Bettina Mathes ist zusammen mit Christina von Braun Mitautorin der 2007 veröffentlichten islamischen Laudatio "Verschleierte Wirklichkeit", die unter anderem einen äußerst unterwürfigen Aufruf zur Eigenzensur enthält. Sie hat einmal zwei kritisch gesinnte Schüler wegen "Verbreitung von islamfeindlichen Slogans" verleumdet; sie hat einen von ihnen auch vor die Haustür des Seminarraumes gestellt.

Sabine Hark, Soziologieprofessorin (WDR: "Deutschlands bedeutendste Genderforscherin") an der Technischen Universität Berlin, hat in den vergangenen Jahren den unermüdlichen Kampf für den "antiimperialistischen Egalitarismus" gesucht - eine Formel, die sie aus einem Text ihrer Philosophenikone übernommen hat. Daß sich jeder Neonazist, jede Dschungelguerilla und jeder Islame auf seine Art als Befürworter eines "antiimperialistischen Egalitarismus" versteht, ist für den politischen Unverdächtigen nicht von Belang: "Was Judith Butler für richtig hält".

Hark hat nach dem Silvesterabend in Köln keine empirischen Untersuchungen zur Komposition des patriarchalischen Mobs am Bahnhof initiiert, sondern darüber nachgedacht, wie "der feministische Geist von der Engstirnigkeit der Ersten Welt befreit werden kann". Die Geschlechterforschung macht die Studierenden oft nicht klüger, sondern blöder.

Dies sollte der "Überzeugung" widersprechen, dass die westlichen Länder "das fortschrittlichste sexuelle Regime" haben. Die Geschlechterforschung enthält auch auf den ersten Blick unpolitische Varianten des Sündenbockprinzips. Vieles wurde bereits über ein Universitätsumfeld gesagt, in dem Gabriele Dietze, Sabine Hark, Lann Hornscheidt oder Bettina Mathes als hervorragende Denker angesehen werden.

Die Wissenschaftlerinnen verdeutlichen, dass Geschlechterstudien heute größtenteils eine Mixtur aus Ressentiments, Gruppentherapie und antiimperialistischen Ideologien sind. Unterdessen werden die wachsenden Einwände gegen die Genderforschung zu einer Popanza namens "Anti-Genderismus" übertrieben, um sich als reine Betroffene einer sozio-politischen Rückführung zu artikulieren. Daß ein Großteil der Bedenken gegenüber der Genderforschung nicht durch Haß, Verachtung für die Menschlichkeit oder Vorbehalte, sondern einfach durch Kritik begründet ist, wird unterdrückt.

Sabine Hark und Paula-Irene Villa, Herausgeberin der ersten Anthologie zum Themenkomplex "Anti-Genderismus", betrachten die Ablehnung der Genderforschung vor allem als eine Äußerung der "staatskritischen Haltung" angesichts solcher Katastrophen, die auf gravierende, systematisch auftretende Defizite in der Wissenschaften vom Wortschatz bis zur Publikationspraxis hindeuten. Dieser Gedächtnisverlust symbolisiert die tiefe historisch-politische Kluft zwischen Frauen- und Genderforschung.

Letzteres lässt vermuten, dass die Frauenforschung nicht die entscheidende Fortentwicklung feministischer Ideen ist, sondern der wissenschaftliche Nagel im Sarg der Emanzipation. Wojin Sa?a Vukadinovi? hat in Freiburg und Basel Geschichts-, Deutsch- und Geschlechterkunde studiert und ist heute als Historikerin tätig.

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